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Interview mit Michelle Willingham

                                                                         

Bildquelle: http://www.michellewillingham.com/media-kit/

Michelle Willingham, Autorin von Historicals, wird an der kommenden LoveLetter Convention teilnehmen. In Deutschland sind bisher 13 ihrer Werke bei Cora erschienen, darunter neben im viktorianischen  England spielenden Büchern vor allem auch eine Reihe, die in Irland im 12. Jahrhundert angesiedelt ist.

Als Tochter eines US-Militärangehörigen hat Michelle Willingham als Kind in verschiedenen Ländern gelebt, unter anderem auch in Deutschland.
Mir stand die sympathische Autorin in einem Interview Rede und Antwort.




Liebe Michelle
Dear Michelle,
Du bist als Kind viel gereist und hast sogar eine Zeitlang in Deutschland gelebt. Was sind deine Erinnerungen an Deutschland?
You traveled a lot as a child. You even lived in Germany for awhile. What are your memories of Germany?

Im Alter von 5 habe ich in Kindsbach in Deutschland gelebt, als mein Vater auf der Ramstein Air Force Base gearbeitet hat. Unsere Nachbarn waren Deutsche, und da war eine Bäckerei gegenüber unseres Hauses. Meine Mutter schickte mich dort immer hin, Brötchen kaufen, und ich lernte ein wenig Deutsch als Kind. Mit der Schule haben wir manchmal einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt gemacht und ich liebte die Lebkuchenherzen mit Sprüchen darauf. Aber am meisten Spaß habe ich beim Besuchen von deutschen Schlössern gehabt. Das erste Schloss, das ich besuchte, war in Landstuhl, und später war ich in Neuschwanstein und Hohenschwangau.

At the age of five, I lived in Kindsbach, Germany while my father was working at Ramstein Air Force Base. Our neighbors were German, and there was a Bäckerei across the street from my house. My mother used to send me there to buy brötchen and I learned how to speak a little bit of German as a child. Sometimes at school, we would take a field trip to the Weihnachtsmarkt, and I loved the heart-shaped gingerbread with messages written on them. But most of all, I enjoyed visiting the castles of Germany. The first castle I visited was at Landstuhl, and later we visited Neuschwanstein and Hohenschwangau castles.
Warum hast du dich dazu entschlossen, Historicals zu schreiben? Wäre es nicht einfacher gewesen, Liebesromane zu schreiben, die in unserer Zeit spielen?
Why did you decide to write historical romances? Wouldn’t it have been easier to write romances that are set in our time?

Nachdem ich in Deutschland und später in England gelebt habe, habe ich mir immer vorgestellt, wie es ware, in einem Schloss zu leben. Wenn wir durch die Räume gingen, habe ich mir immer Geschichten über die Leute, die dort gelebt haben, ausgedacht. Diese Momente haben mich dazu inspiriert, Historicals zu schreiben. Auch wenn es nicht einfach ist, Historicals zu schreiben – viel Recherche ist ein Teil davon – genieße ich es, neue Sachen zu lernen. Oft ist die Wahrheit seltsamer als die Fiktion.

After living in Germany and later in England, I used to imagine what it would be like to live in a castle. As we walked through the rooms, I would spin stories in my mind about the people who lived there. Those moments inspired me to write historical romance. Although it’s not easy to write historicals—there’s a lot of research involved—I really enjoy learning new things. Often truth is stranger than fiction.
Planst du, auch einmal Bücher aus anderen Genres zu schreiben?
Do you have plans to write in other genres someday?

Ich habe darüber nachgedacht, ein Kinderbuch zu schreiben, aber momentan bin ich so beschäftigt damit, Bücher für Harlequin (Cora) und Montlake (Amazon) zu schreiben, dass ich keine Zeit habe. Vielleicht eines Tages! Ich habe 3 Kinder und es wäre toll, für jedes davon ein Buch zu schreiben.

I’ve thought about writing a middle grade book, but right now I’ve been so busy writing books for Harlequin (Cora) and Montlake (Amazon), I haven’t had time. Perhaps one day! I have three children and it would be fun to write a book for each of them.
Du schreibst über verschiedene Epochen und Länder. Wie recherchierst du für all diese verschiedenen Schauplätze?
You write about different eras and countries. How do you research for all these different settings?

Zum Schauplatz eines Buches zu reisen ist meine bevorzugte Art zu recherchieren. Ich habe 1993 zum ersten Mal Irland besucht, und dort kam mir die Idee für die Serie über die MacEgan Brüder. Ich war überrascht, dass es kaum irische Liebesgeschichten gab und beschloss, mich für die ersten Romane auf Irland zu konzentrieren. Ich habe viele Sachbücher über das mittelalterliche und antike Irland gelesen und machte viele Notizen.
Als ich Irland kurz bevor ich „Her Irish Warrior“ (Mein irischer Held) verkauft habe zum zweiten mal besucht habe, wusste ich genau, was ich recherchieren musste, um Details zu überprüfen. Ich besuchte das archäologische Museum in Dublin um die mittelalterlichen Schwerter und Gegenstände zu sehen. Außerdem habe ich zwei Schlösser besucht, die im 12. Jahrhundert gebaut wurden (Trim Castle, das im Film Braveheart vorkam, war mein Favorit).
Für meine viktorianischen und meine Regency-Bücher sind viele Zeitungen und Artikel digitalisiert und online. Für diese Epochen ist es viel einfacher, historische Details herauszufinden, denn Primärquellen und Karten sind im Internet einzusehen.

Traveling to the setting of a book is one of my favorite ways to research. I visited Ireland for the first time in 1993, and that’s where I got the idea for the MacEgan Brothers series. I was surprised that there weren’t as many Irish romances, and I decided to focus on Ireland for the first set of novels. I read many research books about medieval and ancient Ireland and took a lot of notes.
When I visited Ireland a second time just before I sold Her Irish Warrior, I knew exactly which research I needed to verify details. I visited the archaeological museum in Dublin to see the medieval swords and artifacts. I also visited two different castles that were built in the 12thcentury (Trim Castle was a favorite, which was in the movie “Braveheart.”)
For my Victorian and Regency books, many newspapers and articles have been digitized online. It’s easier to find historical details for those eras, because the primary sources and maps are available on the Internet.
Du wirst dieses Jahr auf der LoveLetter Convention in Berlin sein. Gibt es etwas, worauf du dich besonders freust?
You will attend the LoveLetter Convention in Berlin this year. Is there something in particular that you are looking forward to?
Ich freue mich darauf, mein Deutsch wieder anwenden zu können und die Leser zu treffen! Ich werde versuchen Deutsch zu sprechen, wenn möglich! Natürlich werde ich vermutlich viele Fehler machen, aber ich verstehe Deutsch besser als ich es spreche. Ich hoffe, die Leser werden mir vergeben und wissen, dass sie zu mir in beiden Sprachen sprechen können.
Außerdem hoffe ich, ein paar Orte in der Nähe von Potsdam zu besuchen. Wer weiß, vielleicht werde ich inspiriert und mir kommt eine neue Buchidee, während ich dort bin. Und natürlich habe ich vor, so viel deutsche Schokolade (Rittersport) wie irgendwie möglich zu kaufen. Meine Kinder können glücklich sein, wenn sie welche abbekommen – vielleicht habe ich alles gegessen, ehe ich heim komme. 🙂

I’m looking forward to practicing my German again and meeting the readers! Ich werde versuchen Deutsch zu sprechen, wenn möglich! Of course, I will likely make many mistakes, but I understand it better than I speak it. I hope readers will forgive me and know that they can feel comfortable speaking to me in either language.
I’m also hoping to visit a few of the palaces near Potsdam. Who knows? I may be inspired and think of another book idea while I’m there. And of course, I intend to buy as much German chocolate (Rittersport!) as humanly possible. My children will be lucky if they get any—I might eat it all before I get home. 🙂

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten. Ich freue mich darauf, dich im Mai zu treffen!
Thanks for taking the time to answer the questions. I’m looking forward to meeting you in May!

Julia

2 Kommentare

  1. Was für ein schönes Interview, Julia! Ich habe Michelle Willingham kurz auf einer der vergangenen RWA Konferenzen kennengelernt und fand sie wirklich sehr sympathisch. Ich freue mich, daß sie in diesem Jahr bei der LLC dabei sein wird! 🙂

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