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Bettina Belitz – Saphir – Rebellische Herzen

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Franckh Kosmos Verlag; Auflage: 1 (4. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3440159545
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 17 Jahre

Roxy hat kein einfaches Leben. Sie ist bei Pflegefamilien und in Heimen aufgewachsen, war eine Zeitlang auf der Straße und wohnt nun notgedrungen in einer betreuten WG. Sie kapselt sich ab, möchte weder Gespräche mit Psychologen noch mit ihren Betreuern und hat Wut auf fast alles. Als sie nach einer Schlägerei zu Sozialstunden verurteilt wird, ist sie entsetzt, dass sie diese ausgerechnet auf einem Pferdehof ableisten soll. Sie will sich nicht um Pferde kümmern, denn in ihrer Vergangenheit gab es ein Pferd, das sie zurücklassen musste. Sie will kein weiteres Pferd in ihr Herz lassen. Auf keinen Fall. Und doch stellt sie schnell fest, dass sie die Gegenwart von Pferden mag – und Pferde mögen sie. Vor allem Saphir, ein junger Vollblutaraber, der keinen an sich heranlässt, scheint nur in ihrer Gegenwart etwas zu entspannen. Und auch Roxy kann sich nicht von ihm lösen, auch wenn das für Ärger auf dem Nobelgestüt sorgt. Eine wie Roxy soll den teuren Pferden auf keinen Fall nahekommen, da sind sich alle einig. Nur Nolan, der Sohn des Stallbesitzers, sieht durch Roxys Fassade und die Vorurteile ihr gegenüber hindurch und gibt ihr eine Chance. Aber kann das gut gehen? Was passiert, wenn Roxy ihr Herz für ein Pferd öffnet, das unerreichbar für sie ist?

Die Geschichte ist für mich ein absolutes Lesehighlight. Sie hat mich berührt und bewegt. Es ist nicht das erste Pferdebuch von Bettina Belitz, und mir war klar, dass mich keine typische Ponyhofgeschichte erwartet, sondern viel mehr. Doch mit diesem Buch ist Bettina Belitz noch einmal über sich hinausgewachsen finde ich. Die Geschichte hat mich total berührt und mitten in mein Herz getroffen.

Roxy ist eine schwierige aber sympathische Protagonistin. Sie hat in ihrem Leben oft falsch gehandelt, ist gefangen in Wut und Perspektivlosigkeit, kämpft sich alleine durch ihr Leben, unfähig, Nähe zuzulassen. Erst Saphir schafft es langsam, ihr Herz zu öffnen, macht sie dadurch aber noch verletzlicher.

Nolan, die männliche Hauptperson, ist auf anhieb sympathisch. Der Junge aus reichem Haus wählt oft den einfachsten Weg, fängt erst im Laufe des Buches langsam an, einiges zu hinterfragen, ist aber von Anfang an liebenswert. Dass auch bei ihm nicht alles perfekt im Leben verläuft, erfährt man erst im Verlauf der Geschichte.

Die gesamte Geschichte hat mich sehr berührt. Ich wollte Roxy in den Arm nehmen (was sie ganz sicher nicht gewollt hätte), Nolan wachrütteln und für ein besseres Leben für Saphir sorgen. Es hat mich bewegt, wie Roxy den wilden Vollblutaraber langsam in ihr Herz gelassen hat, wie sich eine Beziehung voller Achtung und Respekt zwischen Mensch und Pferd aufgebaut hat. Ich habe mit Roxy gehofft und gelitten und ich bin sehr gespannt darauf, wie die Geschichte weitergehen wird.

Es ist eine einfühlsame und bewegende Geschichte, in die man tief versinken kann. Sie regt zum nachdenken an und hat mich mit einem wohlig-zufriedenen Gefühl zurückgelassen. Ich freue mich darauf, Roxy weiter auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Wie gut, dass Band 2 in Kürze erscheint!

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