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Nancy Springer – Der Fall des verschwundenen Lords: Ein Enola-Holmes-Krimi

Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Knesebeck
Übersetzer: Nadine Mannchen
ISBN-13: 978-3957282606
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

Enola ist die kleine Schwester von Sherlock Holmes. Den kennt sie allerdings nicht wirklich, zuletzt gesehen hat sie ihn und ihren anderen Bruder Mycroft mit 4 bei der Beerdigung ihres Vaters. Doch als an ihrem 14. Geburtstag ihre Mutter verschwindet, ist klar, sie muss ihren Brüdern bescheid sagen. Die kommen auch gleich und für sie steht fest: Enola kann auf keinen Fall alleine auf dem Familienanwesen bleiben und außerdem fehlt ihr eine richtige Erziehung. Sie muss unbedingt auf ein Internat für feine Mädchen.
Die wilde und freiheitsliebende Enola sieht das natürlich ganz anders. Und so macht sie sich statt zum Internat auf den Weg nach London, um ihre Mutter zu finden. Das stellt sich als gefährlicher heraus als zunächst gedacht. Und ohne es zu wollen stolpert sie auch noch in den Fall eines verschwundenen Lords. Ob sie den lösen kann?

Der Fall des verschwundenen Lords ist der erste Fall für Enola Holmes, eine recht eigenwillige Heldin. Wir begleiten die 14jährige im Jahr 1888, in dem eine anständige Frau sich mit Miedern, Unterröcken und ähnlichem herumschlagen musste, etwas, das weder Enola noch ihre Mutter schätzen. Tatsächlich ist Enola für sich allein aufgewachsen, frei von Zwängen aber auch ohne, dass sich jemand um sie gekümmert hat. Der Vater verstorben, die Mutter in ihrer eigenen Welt unterwegs, beschäftigt damit, durch die Gegend zu streifen und zu zeichnen und ohne sich wirklich um die Tochter zu kümmern, war Enola meist auf sich allein gestellt. Sie ist ein schlaues, aber auch recht eigenwilliges und naives Mädchen.
So ganz warm geworden bin ich mit ihr noch nicht, ist sie doch nicht das sympathischste Mädchen. Tatsächlich hatte ich beim Lesen eher Mitleid mit ihr. Trotzdem war ich sehr gespannt auf ihre Geschichte und ihr Abenteuer und bin ihr gerne ins London des Jahres 1888 gefolgt.
Die Abenteuer dort lasen sich sehr unterhaltsam, auch wenn Enola wie gesagt manchmal etwas zu naiv war. Sie ist ja noch am Anfang ihrer Entwicklung und auf jeden Fall eine Protagonistin mit Potenzial. Ich bin sehr gespannt, was sie als nächstes erleben wird. Denn der verschwundene Lord wird nicht ihr einziger Detektivfall bleiben und ich vermute mal, sie wird ähnlich erfolgreich wie ihr Bruder werden. Vorausgesetzt, sie es schafft, sich dabei nicht von ihm erwischen zu lassen.
Insgesamt ist der Fall des verschwundenen Lords ein Reihenauftakt, der neugierig auf mehr macht und der besonders durch das viktorianische Setting verzaubert.

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