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Katharina Herzog – Zwischen dir und mir das Meer

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3499274206

Lena führt ein Leben auf Amrum, das viele wohl als langweilig bezeichnen würden. Neben ihrer Arbeit in einem Hospiz verbringt sie viel Zeit mit dem Herstellen von Schmuck und mit ihrer Großmutter und ihrem Vater, mit denen sie zusammenwohnt.
Amrum verlässt sie eigentlich nie, schon ein Ausflug auf das nähere Festland ist für sie ein großes Abenteuer.
Ganz anders ist da ihre kleine Schwester Zoe. Die ist jung von der Insel geflüchtet und reist nun durch die Welt. Ihre Familie hört nur selten von ihr, doch passend zum runden Geburtstag der Großmutter steht sie plötzlich wieder vor der Tür.
Lena und sie geraten sofort wieder aneinander, zu unterschiedlich sind ihre Lebenseinstellungen, zu viel ist in der Vergangenheit vorgefallen. Und trotzdem sind sie plötzlich zusammen auf einer Reise nach Italien, auf einer Reise zu den Wurzeln der Familie.
 
Schon das erste Buch, das Katrin Koppold unter Katharina Herzog herausgebracht hat – Immer wieder im Sommer – mochte ich sehr gerne. Dieses Buch hier übertrifft es aber noch einmal deutlich.
Die ruhige, in sich gekehrte Lena, die ihre Gewohnheiten und das einsame Leben auf Amrum mag, war mir gleich sympathisch. In sie konnte ich mich gut hineinversetzen. Ganz anders ist da der Wirbelwind Zoe, den ich nicht immer verstehen konnte, der aber trotzdem mein Herz im Sturm erobert hat. Vermutlich, weil ich Zoe um ihre Unbekümmertheit beneidet habe.
Die beiden Schwestern sind wirklich extrem unterschiedlich, und das ist das, was die Geschichte so interessant macht und sie voranbringt.

Das Buch führt die Leser vom nordischen Amrum ins sonnige Italien und verspricht so locker leichte Sommerunterhaltung. Die bekommt man als Leser auch, aber gleichzeitig ist das Buch auch unglaublich tiefgründig. Es regt zum nachdenken an, es ist immer mal wieder traurig und melancholisch, es begleitet eine Suche nach Wurzeln und zu sich selbst.

Die beiden Geschwister haben früh ihre Mutter verloren und da nicht viel über sie und ihre Vergangenheit gesprochen wurde, fehlen ihnen ein paar Wurzeln, die man eigentlich haben sollte. Die beiden Schwestern sind komplett anders mit dem Verlust umgegangen, und den Weg des anderen können sie nicht wirklich verstehen. Erst langsam entwickeln sie mehr Verständnis füreinander und es macht wirklich Spaß, Lena und Zoe bei ihren Annäherungen zu begleiten.

Das Buch bietet eine tolle Mischung aus ernsten Themen und lustiger Unterhaltung, immer, wenn es zu melancholisch zu werden droht, lockert die quirlige Zoe das Geschehen auf, ohne, dass es dabei irgendwann banal oder oberflächlich werden würde.

Eine wirklich wunderschöne Sommerlektüre, die mein Herz im Sturm erobert hat!

 

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